Camping im Lockdown

Ausgangssperren, Kontaktverbot, Lockdown. Rien ne va plus. Entsprechend läuft bei mir hier in letzter Zeit auch nicht viel. Da auch die Baumärkte geschlossen haben sind Projekte im und am Haus schwierig, am Wohnmobil schrauben macht bei Schneeregen um null Grad wenig Spaß und einfach mal kurz zum Campen wegfahren ist gegenwärtig nur ein frommer Wunsch. Und anders als beim letzten Lockdown geht mir die Einschränkung der Möglichkeiten allmählich richtig an die Substanz. Darum bin ich gestern kurzerhand aus dem Corona-Alltag ausgebrochen um so weit weg von zuhause wie möglich zu übernachten. Im Garten, im Hexenhaus.
Gemütlichkeit im Hexenhaus
Nicht luxuriös, aber dennoch gemütlich drinnen
Dem Klischee zufolge, herrscht dicke Luft im Hause, wenn der Mann auf der Couch schlafen muss. Hier aber sprachen lediglich die Außentemperaturen und ein anderes Klischee gegen einen gemeinschaftlichen Familienausflug: solch frostige Aktionen sind der Gemahlin einfach zu kalt/unvernünftig. Und das obwohl ein Elektro-Radiator, der per Kabeltrommel mit Hausstrom versorgt wird, die Raumtemperatur im Hexenhäuschen auf immerhin knapp 15 °C brachte - trotz über Nacht einsetzendem Schneefall. Tja, nur die Harten komm'n in Garten.
Ausblick aus dem Hexenhaus
Winterzauber draußen
Für heute bevorzuge ich wieder das Bett, aber für den kurzen Tapetenwechsel bin ich unserem Häuschen trotzdem dankbar.

Einmal Playstation zum Mitnehmen bitte

Hach ja, Weihnachten! Heute gedenke ich dem 25. Jahrestag von "Ich bekomme keine Playstation zu Weihnachten". Aktuell aber steht ja die Playstation 5 in den Verkaufsregalen und würde sicher auch über die Ladentheken gehen - wenn denn die Geschäfte nicht Corona-bedingt geschlossen wären. Da wird sicher heute ebenfalls irgendwo, jemand eine leere Stelle unter dem Weihnachtsbaum vorfinden. Ja, sehr traurig, solch unerfüllte Kindheitswünsche. Angeblich wird das ja bisweilen später im Erwachsenenleben dann überkompensiert. Da ich inzwischen fünf oder sechs Playstationen und eine Kiste voll Zubehör und Spiele angesammelt habe, trifft das sogar auf mich möglicherweise ein kleines bisschen zu. Ein Zubehörteil, das sich bislang aber irgendwie meiner Kenntnis entzogen hat, sind ansteckbare Displays für den mobilen Einsatz. Bis ich in einem nächtlichen Kompensationsanfall Einkaufsausflug auf eBay auf dieses schöne Teil stieß:
Eccran Multimedia-Bildschirm
Die Verpackung täuscht geschickt über die geradezu winzige tatsächliche Displayfläche hinweg
Da konnte ich nicht widerstehen. Es wird einfach hinten an die PS2 angesteckt und erweitert sie um ein Display und Stromversorgung über den Zigarettenanzünder. Ideal also für das Wohnmobil. Zumal die PS2 ja auch bereits fähig ist, DVDs abzuspielen. Richtig wegweisend für die damalige Zeit! Allerdings ist die Bildschirmdiagonale mit 10cm alles andere als fortschrittlich. Und die Auflösung ist auch gemessen an damaligen Standards nicht gerade berauschend. So macht Zocken und Glotzen natürlich keinen Spaß. Zufälligerweise hatte ich aber noch einen etwas besseren TFT-Monitor für Rückfahrkameras hier herumliegen, welcher von den Abmessungen her genau in das Gehäuse hineinpasst. Also: Pimp my Multimedia-Bildschirm - aufschrauben, kleines Display ausbauen, größere Bildschirmaussparung aussägen, großes Display rein, Anschlüsse wieder anlöten und alles wieder zuschrauben. Voilà:
Eccran Multimedia-Bildschirm
Altes Display zum Vergleich im Vordergrund
Frohe Weihnachten allen, die das hier lesen!

Gestrandet im Corona-Lockdown

Zur Teilebeschaffung für Oldtimer muss man bisweilen auch mal längere Wege in Kauf nehmen, was mich letzte Woche für einen Satz gebrauchter Stahlfelgen bis zu einer Kfz-Werkstatt nach Ravensburg an den Bodensee führte. Dass ich wenige Tage später genau dort, in einer Lagerhalle zwischen einem Dutzend Schrottautos, noch einmal in diesem Jahr "Camping" mache war allerdings nicht geplant. Dazu kam es, weil ich bei der Gelegenheit vor Ort ein paar Probleme mit dem Getriebe vorführen wollte (erster und zweiter Gang gingen nur mit grober Kraft rein). Und da man mir ein günstiges Angebot zur Getriebeüberholung machte, ließ ich den Wagen direkt dort und fuhr eine kleine Odyssee mit Bus und Bahn wieder nach Hause.
Werkstatthalle
Blick von der Veitsburg über die Ravensburger Innenstadt
Ganz so trivial war die Getriebegeschichte dann aber wohl doch nicht und aus Abholen am Mittwoch wurde Donnerstag, aus Donnerstag wurde Samstag und als ich Samstagmittag dann dort eintraf ging es noch einmal bis zum Abend, bis mein Straßenschiff endlich wieder soweit seetüchtig war. Nur Auslaufen aus dem Hafen war dann nicht mehr möglich, weil unsere Landesregierung inzwischen recht spontan beschlossen hatte, das ganze Land nun doch in harten Lockdown mit strikter nächtlicher Ausgangssperre zu schicken. Tja, blöd so. Standplätze geschlossen, Campingplätze zu, die Straßen verwaist. In der Situation dann trotzdem herumfahren und im Zweifelsfall erklären müssen, warum man ungeachtet der Sperre noch unterwegs ist, ist auch blöd. Dankenswerterweise bot man mir an, einfach in der Werkstatthalle im Wagen zu übernachten - alles was ich brauchte war ja ohnehin im Wohnmobil. Und so verbrachte ich eine improvisierte Nacht auf dem bislang wohl ungewöhnlichsten "Campingplatz". Mit Sprudel zur WC-Spülung und Ravioli zum Frühstück. Und umgeben von einem Meer aus Ersatzteilen, mit allgegenwärtigem Duft von Öl und vielen klassischen Wohnmobilen auf den Nachbarstellplätzen. Also ich fand es prima.
Werkstatthalle
Der Ausblick am Frühstückstisch
Halbes Auto
Halbe Autos
Alte Wohnmobile
Ganze Autos
Hobby 600
Und ein Hobby 600 - nach meiner Meinung das Schönste aller je gebauten Wohnmobile überhaupt

Kunststoffteile aufbereiten

Bei der letzten Fahrt fing mein kleines Groschengrab furchtbar ungut an zu quietschen. Irgendwo aus dem Motorbereich - genauer war das nicht zu lokalisieren, wenn man drin sitzt. Noch fehlt mir da der Blick um Ursachen für sowas auszumachen und sofern es die Fahrsicherheit betrifft mag ich da eigentlich auch nicht unbedingt selbst herumschrauben. Also habe ich die Quietscheente zur Werkstatt gebracht und für Auswechseln von Getriebelager, Getriebeaufhängung und Schaltungsbuchsen sowie, bei der Gelegenheit, von Kraftstoff- und Luftfilter 600 Euro gezahlt. Tja, so schnell ist's weg, das gute Geld. Nun, zumindest das Quietschen ist jetzt behoben und ich kann wieder beruhigt damit fahren. Und die Filter kann ich künftig sicher auch alleine austauschen. Anyway - eigentlich wollte ich über was ganz anderes schreiben, nämlich über Kunststoffteile am Oldtimer und deren Wiederauffrischen. Irgendein Vorbesitzer des Wohnmobils hat wohl mal a bissele Boxauto gespielt. Jedenfalls waren ein paar Lamellen vom Kühlergrill gebrochen. Das ist funktional zum Glück kein Drama und auch optisch erst auf den zweiten Blick zu erkennen. Aber ich habe mir trotzdem aus einem Schrottauto einen Ersatzgrill besorgt. Der hat zwar keine Risse oder Brüche, ist aber eben auch nicht mehr neu und entsprechend altersgemäß schon etwas ausgeblichen. Könnte man natürlich einfach übersprühen, aber bei Kunststoffteilen ist das immer so eine Sache - gerade an einer dem Wetter so stark ausgesetzten Stelle. Um nun alte Kisten kosmetisch wieder etwas aufzuhübschen, haben nicht nur Drogerien eine umfangreiche Auswahl an Mittelchen, sondern auch der Kfz-Bedarf. Also hat das gute Stück nach einem ausgiebigen Reinigungsprogramm von mir eine Pflegekur mit "Nigrin Kuststoff-Neu" erfahren, welches wie Schuhcreme mit einem Schwamm aufgetragen wird. Für gewöhnlich mache ich hier kein Werbeprogramm, aber das Zeug habe ich Anfang des Jahres schon an den Seitenspiegelgehäusen verwendet und bin weiterhin zufrieden damit.
Kühlergrill Ducato 290
Oben: alt, unten: auch alt, aber wieder ansehnlich gemacht.
Und im Hintergrund noch die Müllsäcke mit Alkoven-Gammelholz. Die sollte ich langsam mal wegbringen.
Damit sieht es nun fast schon zu neu aus für meinen Oldi.
Front Ducato 290
Vorher ...
Front Ducato 290
... und nachher. Und nein, der Ölfleck unter dem Motor ist nicht von mir.
Und wenn ich schon mal Empfehlungen vergebe: Auch die verchromten Fiat-Rippchen in der Mitte des Grills habe ich mit "Yachticon Vinyl- und Kunststoffpflege" wieder schön glänzend bekommen. Damit habe ich neulich auch die Kunststofffenster am Aufbau poliert. Somit ist die Front nun ein kleines bisschen ansehnlicher geworden. Nächstes Jahr will ich noch das ganze Fahrerhaus neu lackieren um dem Rost Einhalt zu gebieten und diesen Farbmix aus diversen Bastelaktionen aus verschiedenen Jahrzehnten zu beseitigen. Für dieses Jahr spielt da vermutlich leider das Wetter nicht mehr mit. - Als wahrscheinlich letzte größere Malaktion in 2020 habe ich noch Front und Unterseite vom Alkoven gereinigt und gestrichen:
Wohnmobil Alkoven
Auch der Alkoven ist ohne Schmutzränder, Flecken und verblichene Farbe deutlich ansprechender
Ironischerweise habe ich jetzt den ganzen Aufbau neu gestrichen bis auf das Dach, welches ich mir nach dem Kauf eigentlich als Allererstes für dieses Jahr vorgenommen hatte.