Projekt: Pizzaofen plus Grill - Teil 11

Fertig.
 
Projekt "Pizzaofen plus Grill" ist abgeschlossen.
Ok, ein paar kleine Details fehlen zwar noch, aber das Wesentliche ist erledigt. Den Ofen habe ich am Wochenende erstmals in Betrieb genommen und bin ganz zufrieden.
 
Erst gaaanz zaghaft, dann: Ach egal, gib ihm!
Eigentlich wollte ich nur ein bisschen anfeuern und das über die nächsten Tage dann schrittweise steigern, aber wie das mit Feuer halt so ist: bald war ich nicht mehr zu bremsen und habe den ganzen Tag über angefeuert. Mindestens 12 Scheite Holz gingen so nach und nach rein (so genau hab ich nicht mitgezählt). Das Ergebnis am Abend: 300 °C Wäre ja schade, wenn diese Hitze ungenutzt bliebe, meinte die Frau Gemahlin und darum gab's zur Feuertaufe Flammkuchen. Und danach Holzofenbrot. Und danach Obstkuchen. Und danach getrocknete Apfelringe. Da war dann sie nicht mehr zu bremsen.
 
 
24h später hat der Ofen immer noch 50 °C. Da zeigt sich der Nutzen einer guten Dämmung und dicker Schamottewände.

Impressionen

Widescreen-Grill (und noch ein Haufen Müll drunter und drumherum)

Brenn- und Backkammer

Ofenrohr und Verzierungen

Fazit

  • War anstrengender als gedacht.
  • War teurer als gedacht.
  • Ist größer geworden als gedacht.
  • Die Dämmung um das Ofengewölbe kann gar nicht dick genug sein. Hier sind es 7cm. Beim nächsten Ofen würde ich 14cm nehmen.
  • Zwischen Betonplatte und Ofen lieber ebenfalls eine hochwertige Dämmschicht machen. Auch wenn es dadurch noch teurer wird. Ich habe keine Bodendämmung (Sand zählt nicht) und die Betonplatte wird unten so heiß, dass man sie besser nicht anfasst. Ob das auf Dauer Probleme gibt, muss sich jetzt zeigen.
  • Eine kleine Tür an der Rückseite des Ofens ist eine sehr gute Idee. Nicht nur zum Reinigen, auch zur Luftzufuhr wärend dem Anheizen.
  • Beim Verputzen großzügig Putzgitter verwenden. Verhindert viel Ärger mit Rissbildung.
  • Den Tunnel vom Ofen ruhig etwas länger machen, dann kann das Ofenrohr weiter vor und man braucht später keinen aufwendigen Regenschutz um das Rohr an eine Schräge modellieren (s. Bild ganz oben links in diesem Blogpost).
  • Material: ~ 850kg Schamotte, davon allein über 600kg für den Ofen. 2-3 Säcke Verputz. Etwa 60 Ytong-Steine. Ein paar Säcke Mörtel. Ungefähr 2 Tonnen Beton (das Meiste natürlich für Boden- und Zwischenplatte). 400-500 kg Natursteine. Und ein Eimer Fassadenfarbe.
  • Kosten: Habe ich nicht genau protokolliert, aber insgesamt dürften es so um die 2000,- gewesen sein. Beim Baumarkt grüßt man mich schon mit Namen.
  • Zeit: Ungezählte Wochenenden und freie Tage über 1 1/2 Jahre verteilt.

Projekt: Pizzaofen plus Grill - Teil 10

Wir nähern uns so langsam dem Ende. Zumindest das Gesaue mit Mörtel, Beton und sonstiger Matsche ist jetzt größtenteils vorbei. Das Tolle an einem größerem Bauprojekt ist ja, dass sich meist irgendwo Möglichkeiten finden, alten Kram loszuwerden. - Zum Beispiel eine Wanne voll Ytong-Bruchstücken, die zusammen mit dem übriggebliebenen Mörtel jetzt einen schön geschwungenen Übergang zwischen Ofen und Grill ergeben:
Dann noch mit 200kg Beton die Formen glätten und der Sache Stabilität geben ...
... und verputzen, ...
... dann sieht das schon ganz passabel aus.

Projekt: Pizzaofen plus Grill - Teil 9

Bei manchen Dingen, die man erschafft, ist es oft nur eine Kleinigkeit die noch hinzugefügt werden muss, damit plötzlich das große Ganze erkennbar wird. Wenn man ein Portrait malt, sind es die Augen. Bei einem Ofen ist es meiner Meinung nach die Tür:
Damit der kleine Ofen nicht so frieren muss, hat er eine dicke (7cm) Dämmung aus Steinwolle bekommen.
Und der Hinterausgang ist jetzt adrett eingefasst:
Unter das Blech kann man einen Eimer halten um die Asche hineinzufegen.

Projekt: Pizzaofen plus Grill - Teil 8: Auf Sand gebaut

54cm Innenhöhe der Kuppel schienen mir doch etwas zu viel. Nach Rücksprache mit einem Ofenbauer habe ich darum das Bodenniveau etwas erhöht. Ich will ja nicht, dass später der Pizzaboden schon schwarz ist, während der Käse noch gar nicht zerlaufen ist. Wobei, laut Experte ist für Pizza ist die Höhe ziemlich unkritisch, aber zum Brotbacken empfiehlt sich eine Gewölbehöhe von nicht mehr als ~40cm. Mein Boden besteht jetzt zuunterst aus zerdepperten Dachziegeln:
Sehr praktisch, wenn man noch ein paar alte Ziegel in der Hecke liegen hat. Ich weiß auch nicht, wer die da mal entsorgt hat...
Dann Sand:
Spielsand aus dem Sandkasten - wenn es Kleinkinder ohne Folgeschäden in den Mund stecken dürfen, dann kann auch nicht wirklich was dagegen sprechen, darüber eine Pizza zu backen.
Man sollte aus naheliegenden Gründen natürlich unbehandelten Spielsand, ohne irgendwelche Duftzusätze, verwenden.
Und dann 5cm dicke Schamotteplatten:
Kosten für die Schamotteplatten: schlappe weitere 130,-
Böse Zungen ziehen schon Vergleiche mit Stuttgart21 und BER.
Und so sieht das Pizzakrematorium jetzt von innen aus:
Hinten habe ich ein Stück bis zur Rückwand freigelassen. In diese Vertiefung kann man die Asche fegen und dann über die Klappe an der Rückseite bequem herausholen.