Camping im Lockdown

Ausgangssperren, Kontaktverbot, Lockdown. Rien ne va plus. Entsprechend läuft bei mir hier in letzter Zeit auch nicht viel. Da auch die Baumärkte geschlossen haben sind Projekte im und am Haus schwierig, am Wohnmobil schrauben macht bei Schneeregen um null Grad wenig Spaß und einfach mal kurz zum Campen wegfahren ist gegenwärtig nur ein frommer Wunsch. Und anders als beim letzten Lockdown geht mir die Einschränkung der Möglichkeiten allmählich richtig an die Substanz. Darum bin ich gestern kurzerhand aus dem Corona-Alltag ausgebrochen um so weit weg von zuhause wie möglich zu übernachten. Im Garten, im Hexenhaus.
Gemütlichkeit im Hexenhaus
Nicht luxuriös, aber dennoch gemütlich drinnen
Dem Klischee zufolge, herrscht dicke Luft im Hause, wenn der Mann auf der Couch schlafen muss. Hier aber sprachen lediglich die Außentemperaturen und ein anderes Klischee gegen einen gemeinschaftlichen Familienausflug: solch frostige Aktionen sind der Gemahlin einfach zu kalt/unvernünftig. Und das obwohl ein Elektro-Radiator, der per Kabeltrommel mit Hausstrom versorgt wird, die Raumtemperatur im Hexenhäuschen auf immerhin knapp 15 °C brachte - trotz über Nacht einsetzendem Schneefall. Tja, nur die Harten komm'n in Garten.
Ausblick aus dem Hexenhaus
Winterzauber draußen
Für heute bevorzuge ich wieder das Bett, aber für den kurzen Tapetenwechsel bin ich unserem Häuschen trotzdem dankbar.

Gestrandet im Corona-Lockdown

Zur Teilebeschaffung für Oldtimer muss man bisweilen auch mal längere Wege in Kauf nehmen, was mich letzte Woche für einen Satz gebrauchter Stahlfelgen bis zu einer Kfz-Werkstatt nach Ravensburg an den Bodensee führte. Dass ich wenige Tage später genau dort, in einer Lagerhalle zwischen einem Dutzend Schrottautos, noch einmal in diesem Jahr "Camping" mache war allerdings nicht geplant. Dazu kam es, weil ich bei der Gelegenheit vor Ort ein paar Probleme mit dem Getriebe vorführen wollte (erster und zweiter Gang gingen nur mit grober Kraft rein). Und da man mir ein günstiges Angebot zur Getriebeüberholung machte, ließ ich den Wagen direkt dort und fuhr eine kleine Odyssee mit Bus und Bahn wieder nach Hause.
Werkstatthalle
Blick von der Veitsburg über die Ravensburger Innenstadt
Ganz so trivial war die Getriebegeschichte dann aber wohl doch nicht und aus Abholen am Mittwoch wurde Donnerstag, aus Donnerstag wurde Samstag und als ich Samstagmittag dann dort eintraf ging es noch einmal bis zum Abend, bis mein Straßenschiff endlich wieder soweit seetüchtig war. Nur Auslaufen aus dem Hafen war dann nicht mehr möglich, weil unsere Landesregierung inzwischen recht spontan beschlossen hatte, das ganze Land nun doch in harten Lockdown mit strikter nächtlicher Ausgangssperre zu schicken. Tja, blöd so. Standplätze geschlossen, Campingplätze zu, die Straßen verwaist. In der Situation dann trotzdem herumfahren und im Zweifelsfall erklären müssen, warum man ungeachtet der Sperre noch unterwegs ist, ist auch blöd. Dankenswerterweise bot man mir an, einfach in der Werkstatthalle im Wagen zu übernachten - alles was ich brauchte war ja ohnehin im Wohnmobil. Und so verbrachte ich eine improvisierte Nacht auf dem bislang wohl ungewöhnlichsten "Campingplatz". Mit Sprudel zur WC-Spülung und Ravioli zum Frühstück. Und umgeben von einem Meer aus Ersatzteilen, mit allgegenwärtigem Duft von Öl und vielen klassischen Wohnmobilen auf den Nachbarstellplätzen. Also ich fand es prima.
Werkstatthalle
Der Ausblick am Frühstückstisch
Halbes Auto
Halbe Autos
Alte Wohnmobile
Ganze Autos
Hobby 600
Und ein Hobby 600 - nach meiner Meinung das Schönste aller je gebauten Wohnmobile überhaupt