Eine kleine Kfz-Musiklehre

Man muss nicht viel Ahnung von Tuten und Blasen haben damit einleuchtet: So ein Auspuff ist ja im Prinzip ein Blasinstrument. Wenn nun ein Blasinstrument mehr Löcher hat als gut ist, dann klingt es schräg. - Und im Falle eines Auspuffs auch erheblich lauter. Der Auspuff von einem alten Dieselmotor ist natürlich ohnehin keine zarte Flöte sondern spielt eher die Tuba im Straßenorchester. Auf der Überführungsfahrt kam es mir dann aber doch ein bisschen arg fortissimo vor. Ein genauerer Blick unter die Kiste verriet dann auch warum:
Auspuff
Ja, das sieht nicht mehr so richtig grandioso aus. Da hätte ich beim Kauf mal genauer hinschauen sollen. Und der Kapellmeister der TÜV bei der letzten Inspektion eigentlich auch. Aber gut, glücklicherweise bekommt man zum Fiat Ducato noch reichlich Ersatzteile und ein neuer Auspuff kostet nicht die Welt. In diesem Fall waren es 70,- einschließlich Schalldämpfern und Aufhängegummis. Und auf Youtube findet der angehende Mechaniker auch gleich Anleitungen, wie die Motortrompete auszuwechseln ist. Das alte Auspuffrohr abzumontieren ging auch ganz fix, das bröselte mir schon freiwillig entgegen. Aber der Vorschalldämpfer wollte sich partout nicht vom Hosenrohr trennen. Nicht mit gut zureden. Nicht mit WD40. Nicht mit Hitze. Nicht mit Hebeln, Meißeln und Zerren. Erst die Flex bereitete dem Mist ein finale drammatico. Dabei fiel mir dann auf, dass im Hosenrohr auch ein paar winzige Löchli waren. Ein neues Hosenrohr hatte ich aber nicht mitbestellt, weil es auf den ersten Blick aussah, als hätte es noch gut Substanz. Einfach so belassen wollte ich es aber auch nicht. Also die Stellen blank geschliffen und das Schweißgerät angekarrt. Ganz so weit war's dann mit der Substanz des Rohres doch nicht mehr her, denn mit dem Schweißgerät habe ich sodann selbst auf niedrigster Stufe gleich mal aus den winzigen Löchli vollwertige Löcher gebrannt. Hach, das das immer alles gleich so eskalieren muss! Nach einigem Hin und Her mit Schweißen und Flexen waren die Löcher dann endlich wieder zu. Tipp: beim Schweißen von dünnem Blech den Schweißdraht immer in flachem Winkel zuführen. Dann noch den neuen Auspuff und das Endrohr montiert und fertig. - Das ging dann wenigstens ohne weiteres Intermezzo. Da mich die Trennungsprobleme des alten Auspuffs und die Löchli am Hosenrohr so aufgehalten haben und ich ein dutzendmal unter dem Auto hervor- und mit ständig neuem Werkzeug wieder hinunterkrabbeln musste, hat die Aktion letztlich fast einen ganzen Tag gedauert. Und Muskelkater werde ich morgen auch haben. Aber ...
... jetzt habe ich zum ersten Mal einen Auspuff montiert! 😀

Projekt H-Kennzeichen

Was Technik so im Großen und Ganzen anbelangt, bin ich ja nun eigentlich nicht komplett unbewandert. Aber ein Thema gibt es, da habe ich bislang Null Ahnung von: Autos. Rad wechseln und Scheibenreiniger nachfüllen kann ich und zumindest eine grobe Vorstellung davon, wie ein Verbrennungsmotor funktioniert habe ich auch. Aber das war's dann auch schon. Das kann so natürlich nicht bleiben. Und darum hat der Herr Cypax nun ein neues Projekt - nein, besser noch: ein Großprojekt:
Wohnmobil
Ditte isses!
  • Fiat Ducato 290 mit Dethleffs A 642 Wohnmobilaufbau
  • Baujahr 1991, 154.000 km
  • 2,5l Turbodiesel, 95 PS
  • 2,4 Tonnen Gewicht, 3,0m hoch und 6,50m lang
  • Ja, genau - ich fang Neues immer ganz klein und bescheiden an 😉 Wie ich zu so einer fahrbaren Blechhütte komme? Tja, Camping ist quasi eine frühkindliche Prägung bei mir, an Technik interessiert mich ja ohnehin alles und nachdem hier am Haus die meisten Baustellen erledigt sind, war es eigentlich längst Zeit, dass ich mir den Traum vom eigenen Wohnmobil endlich erfülle. Ein gutes Jahr lang habe ich mir diverse Angebote angesehen, verglichen und mich ein bischen in die Materie eingelesen. Für ein etwas jüngeres Baujahr reichte das Bastelbudget freilich nicht aus und so ist es nun ein fast 30 Jahre altes Wohnmobil geworden, bei dem es natürlich die ein oder andere Macke gibt. Andererseits ist die Fahrzeugtechnik - soweit ich das beurteilen kann - in passablem Zustand und der Innenausbau auch weitestgehend gut erhalten. Mit etwas Liebe und Pflege hier und da könnte es wieder richtig fit werden und dann auch das H-Kennzeichen bekommen. Und das ist nun genau das, worauf ich die nächsten Monate hinarbeiten werde.