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Vintage Computer Festival in Solothurn

KITTNachdem wir vom Freiburger Roboterclub im Januar auf dem Vintage Computer Festival in Zürich waren, zogen wir heute erneut los um alten Rechnern und blinkenden Bastelprojekten einen Besuch abzustatten. Diesmal aber nach Solothurn, wo nicht nur das VCF stattfand, sondern gleich auch noch ein ganzes Museum zu Computern, Funk- und HiFi-Geschichte, coolen Autos und noch viel mehr die Nerdherzen höher schlagen lässt.
Vintage Computer Festival in Solothurn, Blick über Halle im EGBreakout auf 1cm-Röhrenmonitor
Jede Menge interessante Exponate und skurrile Bastelprojekte beim VCF im EG des Museums - z.B. Breakout auf winzigen 1cm Bilddiagonale, gesteuert durch einen ATmega.
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Und wie bei den Tüftlern im Erdgeschoss, lädt auch die Museumsausstellung in den zwei Etagen darüber zum Anschauen und Anfassen ein:
Enter TechnikweltEnter Technikwelt
Links ein Highlight für alle Roboter-Fans; und auch für schöne alte Radios können wir uns ja begeistern. 😊
Enter Technikwelt
Derweil wurde hier eindrucksvoll dargestellt, was die schöne alte Technik anzurichten vermag, wenn ihr zu heiß wird.
Ein, wie ich finde, tolles Ausstellungsstück, das mal nicht von irgendwelchen Daten und Jahreszahlen berichtet, sondern von ganz realen Aspekten der Geschichte.
Wirklich sehr gelungen und begreifbar gemacht ist auch der Ausstellungsbereich mit Nachbildungen verschiedener Räume aus verschiedenen Zeitepochen. Ob Teslas Büro aus achtzehnhundertnochwas, ein Fernsehstudio in den 60ern oder hier, ein Kinderzimmer aus den 80ern/90ern:
Enter Technikwelt
(Wobei ich hier einwenden möchte, dass meines damals bei weitem nicht so cool war. 😅)
Und zum Schluss gab es im Keller noch zwei Highlights:
Enter TechnikweltEnter TechnikweltEnter Technikwelt
Highlight #1: Eine Ausstellung berühmter Autos aus Film und Fernsehen. Von Batman über Knight Rider und James Bond bis Manta Manta und Herbie.
Enter Technikwelt
Highlight #2: Das begehbare Archiv des Museums (hier ein Blick in nur einen von vielen Gängen). Inklusive des unverkennbaren Dufts von alter Elektronik, staubigen Röhrenmonitoren und dem Odor von vergessenen Plattenspielern - einfach himmlisch! 🤩
Die weiblichen Mitglieder meines Haushalts wären zwar sicher der Ansicht, dass jenes Museumsarchiv weder optisch noch geruchlich wesentlich vom Zustand unseres Kellers daheim unterscheidbar sei. Dennoch ließ ich nicht die Gelegenheit verstreichen, zum Ausklang des Tages beim VCF-Flohmarkt noch ein paar Grafikkarten und Laufwerke einzusacken. Für meine eigenen nächsten Bastelprojekte ist also auch gesorgt. 😉

Vintage Computer Festival 2025

Heute haben wir als technikbegeisterte Drei-Mann-Delegation des Freiburger Roboterclubs dem Vintage Computer Festival in Zürich einen Besuch abgestattet: Dutzende Ausstellungsstände (viele davon zum Anfassen und selbst erfahren) mit alter Computertechnik, Röhrenbildschirmen, historischen Datenmedien und Retro-Games auf mehreren Ebenen in einem ehemaligen Kraftwerk - also ein richtiges Nerd-Paradies. 😊 Den Einstieg machte direkt ein Vektorgrafiksystem aus den 70ern mit, für diese Zeit, beeindruckend gestochen scharfer Darstellung:
Tektronix 4014-1
Tektronix 4014-1
Für Hobbyisten waren solche Geräte damals natürlich komplett unerschwinglich. Stattdessen war im Bereich der frühen Home-Computer noch sehr viel aufwendige Eigenarbeit erforderlich, wie dieses Beispiel aus 1968 auf Basis einer Anleitung in einer Fachzeitschrift zeigt:
Selbstbaucomputer
Die Bauteile wurden vom Besitzer zuvor aus gebrauchten Radios und Elektroschrott ausgelötet und zusammengesammelt.
Nicht minder beeindruckt durch den investierten Aufwand hat uns der voll funktionsfähige Nachbau eines Intel 4004 (quasi der Urahn aller heutigen Prozessoren) aus 1800(!) einzelnen Transistoren:
Selbstbaucomputer
Aus einzelnen Transistoren gebaut zwar nicht mehr wirklich ein Mikrochip, aber dafür sehr anschaulich und informativ.
Laut Besitzer übrigens kaum zu debuggen, weil allein schon der Tastkopf eines Oszis an einem Transistorbeinchen diesen aus der Bahn wirft. Und wo wir gerade beim Thema Aufwand sind: dies ist ein altes Kernspeichermodul:
Kernspeicher
Und nun werfen wir einen Blick durch das Mikroskop auf diese grauen Flächen da:
Kernspeicher
(Ein Klick auf's Bild öffnet übrigens eine größere Ansicht)
Jeder einzelne dieser winzigen Ferrit-Ringe wurde von Hand(!) von chinesischen Gastarbeiterinnen aufgefädelt - Bit für Bit. 😮 Das erklärt dann auch solche Preise:
1MBit Kernspeicher
Kurz mal die Mathe gemacht: das sind 204.000 Schweizer Franken für 150 Kilobyte - wohlgemerkt nach 1965er Kaufkraft ^^
Neben tollen Exponaten wurden auch Vorträge gehalten. Im Vortrag zu Retro-Computing ging es unter anderem um den Verfall von Technik im Laufe der Zeit, die Probleme beim Auslesen historischer Datenträger und um ein paar generelle Fragen, die mir immer noch nachwirken:
  • Die 30..40 Jahre alten Computer, die wir Enthusiasten so liebevoll und aufwendig restaurieren, weil wir einen persönlichen nostalgischen Bezug zu dieser Technik haben: wie werden die in weiteren 30..40 Jahren aussehen, welchen Zustand werden die haben?
  • Wer wird sich um sie kümmern, wenn nachfolgende Generationen keinen eigenen Bezug dazu haben? Wie sieht es in 80 Jahren aus? Oder in 200?
  • Was wird irgendwann überhaupt noch funktionieren? (Stichwort Elekromigration)
Das sind durchaus ernste Themen, deren Beantwortung vielleicht mal ein eigener Artikel werden könnte...
1MBit Kernspeicher
Dieser Röhrenmonitor eines HP250 leidet unter CRT cataracts - dem irreversiblen Ablösen des Schutzglases, was den Bildinhalt nahezu unlesbar macht.
Da es sich um eine extrem seltene Röhre mit einzigartiger Bauform handelt, ist ein Ersatz de facto unmöglich.
Erfreulicherweise waren aber auch "Rechner" zu sehen, die von solchen Problemen unberührt ihren Dienst noch lange Zeit tun:
Mechanische Rechenmaschine
Mechanische Rechenmaschine

Impressionen

Uraltes:

Univaclogic module
Logikmodul aus einem UNIVAC 1
Lochkartenleser
Arduino bringt einen Lochkartenleser ins 21. Jahrhundert

Hübsches:

HP150
Touchscreen-Technik anno 1983
Macintosh Plus
Ein Macintosh Plus aus 1986

Besonderes:

Akustikkoppler
Ein frühes Notebook mit Datenkassette und Akustikkoppler
OLPC
Ein Vertreter des enthusiastisch gestarteten und dann in der Praxis gescheiterten One Laptop Per Child-Projekts

Retro-Gaming:

1995 i-Glasses
Hier kann man Descent mit 3D-Brille spielen. Fand ich sehr cool, denn genau so ein i-Glasses VR-Set aus 1995 habe ich auch 😎
Duke Nukem 3D
"I'm here to kick ass and chew bubblegum, and I'm all outta gum" - Duke Nukem 3D
1999 LAN setup
Und hier konnte wie anno 1999 an mehreren Rechnern im Netzwerk Quake gezockt werden.
Und Ausklang eines coolen Techniktages am Züricher See:
Züricher See

Roboterclub-Redesign

\o/ YAY! - wieder was Tolles ausgetüftelt: Die Roboterclub-Website erstrahlt in neuem Glanz!
alt vs. neu
vorher vs. jetzt
Das alte Design hatte zwar auch seinen Charme (100% handcodiert), war inzwischen aber dann doch nicht mehr so ganz zeitgemäß. Also habe ich das mal angepackt. Die Ziele waren
  • Club-Mitgliedern die Möglichkeit zu geben, neue Inhalte auch ohne FTP-Zugang und ausgiebiges Studium von HTML und CSS hinzuzufügen
  • ansprechendes Design
  • auch auf Smartphones / Tablets nutzbar
Auch wenn ich sonst kein Freund von Lösungen bin, die nur dank tonnenweise JavaScript und Cookies lebensfähig sind, hierfür musste jetzt ein CMS her. Meine Wahl fiel auf Grav, welches open-source ist sich gut anpassen lässt. Neu hinzugefügt habe ich
  • eine einfache Eventverwaltung: jetzt gibt es einen Kalender und auch gleich auf der Einstiegsseite werden die nächsten Termine aufgelistet.
  • eine iCalendar-Datei zum Importieren in Outlook, Thunderbird, Smartphone-Kalender, etc.

Neues vom Roboterclub

Der Roboterclub-Freiburg hat sich wieder getroffen und es gab ein paar neue Basteleien zu bewundern. So wie diesen fernsteuerbaren WALL-E aus Lego und Pappe.
Wall-E aus Pappe
Kann Kopf und Arme bewegen, Dinge greifen und macht auch einem Terminator alle Ehre

Und auch Roboter aus dem 3D-Drucker sind jetzt keine Seltenheit mehr im Club:
freibot
Ein Roboter, welcher vom freiBot abstammt