Kategorie TECHNIK


Globale SVN-Revisionsnummer im Projekt - und zwar richtig!

Wenn man ein Projekt aufsetzt, dann hat man meist eine Versionsnummer im Format a.b.c.d, mit
  1. a = Hauptversionsnummer, ändert sich eigentlich nur bei massiven Änderungen
  2. b = zeigt an, dass neue Features hinzugekommen sind
  3. c = zeigt an, dass etwas gepatched bzw. geupdated wurde
  4. d = gibt den Revisionsstand der Software im Versionsverwaltungssystem an.
Bei SVN gibt es die Möglichkeit sich per Code-Kommentar eine Revisionsnummer direkt in den Quelltext schreiben zu lassen. Das sieht dann beispielsweise so aus:
  1. /*!
  2. *******************************************************************************
  3. * File identification: $Id:$
  4. * Revision of last commit: $Rev:$
  5. * Author of last commit: $Author:$
  6. * Date of last commit: $Date:$
  7. *******************************************************************************
  8. */
Und wird von SVN beim Commit ersetzt zu
  1. /*!
  2. *******************************************************************************
  3. * File identification: $Id: main.cpp 178 2016-02-08 14:42:36Z cypax $
  4. * Revision of last commit: $Rev: 178$
  5. * Author of last commit: $Author: cypax $
  6. * Date of last commit: $Date: 2016-02-08 15:42:36 +0100 (Mo, 08 Feb 2016) $
  7. *******************************************************************************
  8. */
Vorausgesetzt natürlich, dass die Datei die entsprechenden SVN-Keywords gesetzt hat:
SVN keywords

So weit, so gut. In dem Beispiel oben ist die Revisionsnummer 178. Wenn es jetzt aber noch eine zweite Datei gibt und Änderungen an dieser comitted werden, dann bleibt in main.cpp die 178 stehen. Warum? Weil die SVN-Revisionsnummer dateibezogen ist - nicht projektbezogen! Das ist ja jetzt nicht ganz das, was wir haben wollten. Zum Glück, gibt es aber ein Tool, welches genau für unsere Zwecke gedacht ist: svnversion! Um eine globale Revisionsnummer zu erhalten erstellt man eine leere Datei revision.h, checkt sie nicht in SVN ein und schreibt folgendes in die *.pro-Projektdatei eines Qt-Projekts:
  1. PRE_TARGETDEPS += $$PWD/code/revision.h
  2. # Obtain SVN revision
  3. SVN_REVISION = $$system(svnversion -n)
  4. # split into list by ':'
  5. REVISION_LIST = $$split(SVN_REVISION,:)
  6. # get last item of list
  7. HEAD_REVISION = $$last(REVISION_LIST)
  8. # remove M (modified working copy)
  9. HEAD_REVISION = $$replace(HEAD_REVISION,M,)
  10. # remove S (switched working copy)
  11. HEAD_REVISION = $$replace(HEAD_REVISION,S,)
  12. # remove P (partial working copy, from a sparse checkout)
  13. HEAD_REVISION = $$replace(HEAD_REVISION,P,)
  14. QMAKE_EXTRA_TARGETS += revtarget
  15. revtarget.target = $$PWD/code/revision.h
  16. unix {
  17. revtarget.commands = "$$system(echo \'/* generated file - do not edit */\' > $$revtarget.target)"
  18. revtarget.commands += "$$system(echo \'$${LITERAL_HASH}ifndef REVISION_H\' >> $$revtarget.target)"
  19. revtarget.commands += "$$system(echo \'$${LITERAL_HASH}define REVISION_H\' >> $$revtarget.target)"
  20. revtarget.commands += "$$system(echo \'$${LITERAL_HASH}define SVN_REVISION \"$$SVN_REVISION\"\' >> $$revtarget.target)"
  21. revtarget.commands += "$$system(echo \'$${LITERAL_HASH}define HEAD_REVISION $$HEAD_REVISION\' >> $$revtarget.target)"
  22. revtarget.commands += "$$system(echo \'$${LITERAL_HASH}define HEAD_REVISION_STRING \"$$HEAD_REVISION\"\' >> $$revtarget.target)"
  23. revtarget.commands += "$$system(echo \'$${LITERAL_HASH}endif // REVISION_H\' >> $$revtarget.target)"
  24. }
  25. win32 {
  26. revtarget.commands = "$$system(echo '/* generated file - do not edit */' > $$revtarget.target)"
  27. revtarget.commands += "$$system(echo '$${LITERAL_HASH}ifndef REVISION_H' >> $$revtarget.target)"
  28. revtarget.commands += "$$system(echo '$${LITERAL_HASH}define REVISION_H' >> $$revtarget.target)"
  29. revtarget.commands += "$$system(echo '$${LITERAL_HASH}define SVN_REVISION \"$$SVN_REVISION\"' >> $$revtarget.target)"
  30. revtarget.commands += "$$system(echo '$${LITERAL_HASH}define HEAD_REVISION $$HEAD_REVISION' >> $$revtarget.target)"
  31. revtarget.commands += "$$system(echo '$${LITERAL_HASH}define HEAD_REVISION_STRING \"$$HEAD_REVISION\"' >> $$revtarget.target)"
  32. revtarget.commands += "$$system(echo '$${LITERAL_HASH}endif // REVISION_H' >> $$revtarget.target)"
  33. }
  34. revtarget.depends = FORCE
  35. QMAKE_DISTCLEAN += $$revtarget.target
Zur Erklärung: Als erstes wird qmake mitgeteilt, dass es eine zusätzliche Abhängigkeit gibt (PRE_TARGETDEPS, Zeile 1) - nämlich besagte revision.h-Datei. Dann werden ein paar Variablen mit den SVN-Revisionsinformationen gefüllt. Mit dem Kommando svnversion -n (Zeile 4) erhält man die SVN-Revisionsnummer. Der Parameter -n bewirkt, dass die Ausgabe keinen Zeilenumbruch enthält. Die Variable SVN_REVISION enthält somit die Ausgabe von svnversion, ausgehend vom Pfad, in der die Projektdatei liegt. Wenn die lokale Arbeitskopie allerdings modifiziert, unvollständig ausgecheckt oder zu einer anderen Revision geswitched wurde, ist die Revisionsnummer nicht einfach eine Zahl, sondern nach dem Schema [abc:]xyz[M|S|P] aufgebaut, wobei xyz die Headrevision ist (für Details einfach mal in der Konsole svnversion -help eingeben). Aus diesem Grund teilen wir die Ausgabe anhand des Trennzeichens ":" auf (Zeile 6), nehmen das letzte Element dieser Liste (Zeile 8) und entfernen alle M-, S- und P-Zeichen (Zeilen 10 - 14). In Zeile 16 wird qmake mitgeteilt, dass es ein zusätzliches Target revtarget gibt (QMAKE_EXTRA_TARGETS), welches die, im Unterordner /code befindliche, revision.h-Datei ist und welche stets neu zu erstellen ist (Zeile 39). Das Befüllen der revision.h erfolgt in den Zeilen 19 - 37. Zu beachten ist, dass die erste echo-Ausgabe mit einem einfachen > umgeleitet wird. Dadurch wird der der Inhalt der Datei überschrieben. Anhängen weiterer Zeilen erfolgt mit >>. Die echo-Anweisungen für Unix müssen übrigens deshalb extra escaped werden, weil ein echo /* generated file - do not edit */ erst alle Dateien unter / auflisten würde, dann "generated file - do not edit" ausgibt und dann alle Dateien im aktuellen Verzeichnis auflistet.

Irrationales Programmieren mit QML

Ich habe Qt5 auf dem Raspberry Pi 2 kompiliert und installiert. Das war zwar ein bisschen umständlich, lief bis jetzt eigentlich ohne unüberwindbare Probleme. Aber jetzt hol' ich gleich die Kettensäge und geb' dem Drecksteil den Rest! Den Code des Küchencomputers portiere ich derzeit auf Qt5 und QtQuick 2.4 und mache ihn unabhängig von Plattform und Auflösung. Er läuft inzwischen gleichermaßen problemlos auf Windows 7 wie auf Debian Wheezy mit LXDE. Nur auf dem Raspberry nicht. Da werden manche Texte nicht angezeigt und das Layout ist verschoben. Und QML wirft mir unzählige Fehlermeldungen entgegen - allen gemein ist, dass sie mit string-Properties zu tun haben. Also habe ich in den letzten Stunden ein Minimalprojekt angelegt um das Problem nachzustellen, einzukreisen und dann eine passende Lösung zu entwickeln. So was kostet Zeit, funktioniert aber immer. Nur hier nicht. Dieser Mistcode bringt mich noch um den Verstand: import QtQuick 2.4 import QtQuick.Window 2.2 Window { id: myWindow width: 400 height: 200 visible: true Text { id: myText text: "12" } Text { x: 30 text: myText.text Component.onCompleted: { myText.text = "99" } } } Das funktioniert genau so, wie es soll. Wenn man aber "99" durch "34" ersetzt, bleibt der zweite Text leer und QML meldet Unable to assign [undefined] to QString in der Zeile text: myText.text. Allerdings nur auf dem Raspberry. Unter Windows und einem x86-Linux macht es, was es soll. Was zur Hölle soll das? Warum gerade "34"?? Warum nicht z.B. "42"??? Nerv! Ich spiele schon mit dem Gedanken wieder zurück auf Qt4.8 zu portieren ...

SD-Karte aus virtueller Maschine auslesen

Ich hatte hier gerade das Problem, die Partitionen einer SD-Karte für den Raspberry Pi auslesen zu wollen, hatte aber kein natives Linux zur Hand, sondern nur ein Windows-Notebook. Windows erkennt die verschiedenen Linux-Partitionen leider nicht und zeigt bestenfalls die Boot-Partition der Raspberry-Karte an. Glücklicherweise hatte ich hier aber noch ein Debian in einer VirtualBox. Die Idee war also, aus der VM auf die SD-Karte des Windows-Hostsystems zuzugreifen. Allerdings wird der SD-Kartenleser bei diesem Notebook nicht über USB angebunden - die VirtualBox-Gasterweiterungen helfen hier also rein gar nix. Die Lösung war, eine virtuelle Festplatte zu erstellen, welche auf die SD-Karte verlinkt. Anleitung: VirtualBox direct access to SD Card in Windows Danach muss man nur noch die Partitionen der Karte irgendwohin mounten - z.B. mount /dev/sbd1 /tmp/sdb1 mount /dev/sdb2 /tmp/sdb2

Vortrag zur funktionalen Sicherheit

Chaostalk #19 PosterDiesen Donnerstag werde ich beim CCC-Freiburg einen Vortrag über funktionale Sicherheit halten. Themen:
  • Was funktionale Sicherheit ist
  • Warum das auch für Hobbyprojekte sinnvoll sein kann
  • Was es für Fehler in Systemen geben kann
  • Wie man Fehler erkennt / vermeidet
  • Wie man sein Projekt / seine Software sicher macht
Zielgruppe: Tüftler, Hobbyelektroniker, Programmierer, ... Vortrag: Donnerstag, 26.02.2015, 18:30, Dauer ca. 2h in der Sandbox im ArTiK (ehm. Fußgängerunterführung) Eintritt frei

Download der Vortragsfolien (1,4 MB, PDF)